Eigenbeteiligung oder was erlauben Sky?

Kein Herz für SkySamstagabend schlunzten wir durch das abendliche Berlin und kamen an einer Kneipe vorbei, die echt was zu bieten hatte. Drinnen sassen ein paar Versprengte, alldieweil die »Biene Maja« über die Flatscreens flimmerte und verzweifelt versuchte, drei Punkte gegen Werder Bremen einzufahren. Draußen war besser. Da stand ein A-Bock. Die Rückseite war blank. Auf der Vorderseite vermuteten wir eine »kulinarische Message«in Form von »Bratkartoffeln mit Spiegeleier nur 4,90«oder »Riesenschnitzel mit Pommes heute nur 5 Euro«.Weit gefehlt. Es kam noch besser. Aufgrund der Preisgestaltung von Sky forderte das Kneipenteam seine Besucher auf, eine Eigenbeteiligung zu leisten. Selten so gelacht. Möglicherweise hat dieser Wirt auch noch nie davon gehört, dass es so etwas wie ein unternehmerisches Risiko gibt.

Normalerweise hat, wer eine Kneipe, Gaststätte oder ein Restaurant betreibt, eine grundsätzliche Geschäftsidee. Das kann alles mögliche sein. Vielleicht die längsten Bratwürste der Stadt, 100 Biere oder – ganz modern und zeitgemäß – täglich 30 vegane Versuchungen aus aller Welt (ist zwar eine Geschäftsidee, dürfte aber in einer Fußballkneipe nicht funktionieren, aber egal). Mit diesem Programm sollte es der Gastronom nun schaffen, den Laden zu füllen und ein gutes Auskommen zu haben. Hat er das geschafft, dann kann er sich auch ein Sky-Abo für seine Gäste leisten und sie mit Fußball unterhalten.

Versucht er seine Kundschaft nur mit Bier und Sky bei Laune zu halten, so dürfte dies für den Wirt problematisch werden. Sportsbars oder Kneipen, die sich so nennen, gibt es inzwischen haufenweise. Und sind wir ehrlich, wenn der Laden, gleich die Straße runter, die Halbe Bier auch noch 30 Cent günstiger verkauft, dann ist der Schluckspecht ohnehin gleich weg. Sparen ist das Motto des Tages und die gesparten 30 Cent sind gleich die Anzahlung für die nächste Halbe. Unterm Strich ist das also kein wirklich brauchbares Geschäftsmodell.

Kommt jetzt noch die Eigenbeteiligung dazu, dann wird es richtig lustig. Und da kann es keine zwei Meinungen geben: Entweder die Geschäfte laufen so gut, dass ich mir ein Sky-Abo leisten kann oder eben nicht. Pech gehabt. Der Versuch, die Besucher mit einer Eigenbeteiligung zu melken, ist der blanke Hohn. Wer da löhnt, der ist selbst schuld und dem ist auch nicht mehr zu helfen.Vielleicht sollte der Gemolkene vielleicht auch mal darüber nachdenken: Wenn ich die Eigenbeteiligung in ein eigenes Sky-Abo für mein Zuhause investiere, dann wird zum einen das Bier billiger und zum anderen muss ich mir keine unqualifizierten Kommentare von anderen Kneipenbesuchern anhören, die von Fußball ohnehin keine Ahnung haben. Das wäre doch auch eine Idee.

Das Schild vor dieser Kneipe war das erste Highlight dieses Abends. Wir schlunzten entspannt weiter und rund eine Stunde später sollte das nächste folgen: Werder punktete beim Meisterschaftsanwärter von eigenen Gnaden. Wenn das kein schöner Samstagabend war …